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 Eiael

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Eiael
Engel/ Admin
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Alter : 33
Ort : Hamburg

BeitragThema: Eiael   Di Jun 23, 2009 12:03 am

Name: Eiael

Rasse: Engel (Seraph)

Geschlecht: männlich

Alter: Eiael war vor seinem Abstieg in die Tiefen der Krypta 231 Jahre Alt. Wie lange er jedoch dort blieb, bleibt im Dunkeln - jedwedes Zeitgefühl ging in der Gruft verloren.

Berufung: Wächter der Dunkelheit und Hüter der weißen Klinge (Schwertmeister)

Aussehen:

Eiael ist ein Seraph. Er ist 1,78 groß, blond und hat blaue Augen. Er trägt eine goldene Rüstung und kämpft in der Regel mit Schwert und Schild. Er streitet mit heiliger Wut gegen alles Dunkle der Welt. Ist sein Zorn einmal entfacht, umgibt ihn eine Aura rechtschaffender Wut, die sich in einem weißen Schimmern um ihn herum manifestiert. Eiael hat fein geschnittene Gesichtszüge und schmale Lippen, die eine dünne Linie zeichnen, wenn sich in ihm Wut aufstaut. Zugleich bilden seine Augenbrauen meist ein "V", was ihm den Ruf eingebracht hat stets misstrauisch zu sein. Seine feingeschnittenen Züge sind immer noch unerührt und keine Narbe kündet von seinem Leben als Krieger, obwohl er mehrfach schwer verwundet wurde. Seine Figur ist durchtrainiert und drahtig. Nur geübte Beobachter sehen dem alten Engel seine Kraft und Agilität an. Seine Haare trägt der Engel in der Regel zusammengebunden, ohne seine Strähnen jedoch wirklich bändigen zu können. Das Auffälligste am Körper des Engels sind lange, fein gezeichnete Tattoos, die sich am ganzen Leib finden lassen. Sie erzählen die Geschichte des Einen und künden von den Taten Eiaels.







Persönlichkeit:

Als eines der ersten von Gott erschaffenen Wesen ist Eiael sehr stolz, was niederen Wesen fast hochmütig und arrogant vorkommt. Er wirkt stets reserviert und bleibt ruhig. Außer im Kampf kommt es nur selten vor, dass er die Fassung verliert. Kennt er jemanden besser, ist er ein treuer und loyaler Freund. Er ist eher introvertiert und redet meist nur, wenn es nötig ist. Viel seiner Zeit verwendet er auf die Perfektionierung seiner Kampfkunst und mit stiller Meditation im Gebet.

Eine andere Seite präsentiert er, wenn er sich selbst im Recht sieht und seine Meinung vertritt: Als halbwegs talentierter Rhetoriker versucht er argumentativ seine Haltung zu vertreten - schießt allerdings durch seine altertümliche Ausdrucksweise (die sich aus seiner langen Abgeschiedenheit ergibt) oft über sein Ziel hinaus. Eiael ist ein Glaubens - Hardliner. Für ihn ist selbst der bloße Gedanke an Ketzerei und Häresie verabscheuungswürdig. Dabei packt ihn blinde Raserei und er macht kaum Unterschiede zwischen seinen Freunden und seinen Feinden. Es empfiehlt sich bei Unterhaltungen mit dem Engel Vorsicht walten zu lassen und sich seine Worte genau zu überlegen.

Eiael ist von seiner Sache so überzeugt, dass er für den Erhalt seiner Ehre und seines Glaubens (die zentralen Inhalte seines Wertesystems und seines Lebens) nahezu alles tun würde.


Herkunft:

Ursprünglich kommt Eiael aus dem Elysium. Hier nahm er am Kampf der Engel gegen die Dämonenfürsten teil und kämpfte an der Seite der ersten Engel. In dieser Zeit entstand sein Hass auf die Dunkelheit und er widmete sein Leben dem Ausmerzen von Häresie und Ketzerei. Vor allem die Vernichtung von okkulten Gemeinschaften und Dämonenkulten war sein Hauptziel. Im Zuge dieser Aktivitäten wurde er von einem Dämon im Kampf schwer verwundet und brauchte viele Jahrhunderte, um sich von diesem Kampf zu erholen. Schlimmer als die Verwundung selber war die Schmach, die Wunden seiner Seele und der (empfundene) Verlust seiner Ehre, die er empfand. So verbrachte er diese Jahrhunderte in einer Krypta unter einem Berg, um sich auf einen gnadenlosen Feldzug vorzubereiten, den er bei seiner Rückkehr gegen die Mächte der Finsternis beginnen würde. Tief verborgen in seiner Seele ist jedoch ein Makel, der ihn umtreibt. All die Jahre des Betens und Meditierens haben nicht gereicht um diesen zu beseitigen. Und auch wenn Eiael jeden Gedanken an ihn vermeidet, so lauer sein Geheimnis doch in seinem Unterbewusstsein, um irgendwann zum aus seinem Schattendasein zu entfliehen.

Besondere Fähigkeiten:

- rechtschaffender Zorn:
Eine Aura puren Glaubens umgibt den Seraphen, wenn er auf Dämonen oder Kreaturen der Dunkelheit trifft, die diese in Angst und Schrecken versetzt.

- Schwertmeister:
Seine Fixierung auf Klingenwaffen und seine strikte Ablehnung jedweder Schusswaffe haben aus Eiael einen Meister des Schwertes gemacht, der sich mit fast jedem Gegner messen kann. Er kann seine Technik durch seinen Glauben stärken und damit unglaublich schnelle Schlagkombinationen ausführen.

Stärken:

Unbeugsam
Im Kampf mit Kreaturen des dunklen Herrschers verliert Eiael niemals den Mut. Er versucht bis zum letzten Atemzug gegen sie zu bestehen.

Glaube
Sein unverwüstlicher Glaube an das Gute inspiriert mit ihm Kämpfende zu außergewöhnlichen Taten.

Schwächen:

Hass
Eiael hasst die Dunkelheit und ihre Kreaturen. Dieser eine Makel versetzt ihn in Rage und verleitet ihn dazu, die Quelle des Unheils, also die Dunkelheit selber, angreifen zu wollen. Eiael nimmt jede Herausforderung eines Dieners des Teufels oder einer bösen Kreatur an und greift rücksichtslos Dämonen und Dämonenwesen an. Nur selten kann er diese Wut überwinden.

Verwundbar
Sein Festhalten an archaischen Waffen und Rüstungen macht Eiael zu einem idealen Ziel für jeden Scharfschützen.

Arroganz
Als einer der ersten Engel Gottes ist Eiael Menschen und anderen Rassen gegenüber stark voreingenommen, so dass diese ihm in der Regel mit Ablehnung gegenüber treten.

Einzelkämpfer
Eiael öffnet sich selbst Engeln nur sehr selten und braucht lange Zeit, sich mit anderen Geschöpfen zu arrangieren. Nicht selten verlässt er Mitstreiter mitten in der Nacht, um alleine weiter zu ziehen.

Linientreu
Eiael ist konservativ - und das in mehrerlei Hinsicht: Einmal eine Entscheidung gefasst, fällt es dem Engel nicht leicht, sich vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Schlimmer noch: Die Gesetze des Einen sind für Eiael unantastbar. Grauzonen gibt es nicht, sondern nur den Kampf zwischen Schwarz und Weiß. Wer nicht eindeutig weiß ist, muss schwarz sein. Dieses Dogma dominiert den Lebenswandel des Engels und brachte ihn schon mehr als einmal um Verbündete und potentielle Mitstreiter.

Eiael mag

Gläubige
Ruhe und Frieden
Gott
Beten
Kinder (komischerweise)

Eiael hasst

Dämonen und dunkle Kreaturen
Sünden
Aufdringliche Zeitgenossen
Ketzerei und Häresie

Waffen und Magie

Die Weiße Klinge (Schwert)
Eiael ist der Hüter der Weißen Klinge. Dieses mächtige Artefakt stammt noch aus den Tagen des Kampfes der Engel gegen Luzifers Horden. Es ist ein Flammenschwert, das niemand außer Eiael selbst zu führen vermag und mit reinigendem Feuer die Sünde selbst vernichtet. Leicht durchdringt es die meisten Materialien. Die Weiße Klinge ist ein Bastardschwert und 1,20 m lang. Eiael nennt seine Klinge, das einzige, was in seinem Leben einem guten Freund nahe kommt, Lumen Dei.

Schild
Eiael trägt einen Schild aus unbekanntem Material in der linken Hand. Es schimmert wie Gold, kann aber nicht durch Waffen oder Magie vernichtet werden, da der Herrgott selber es erschaffen und gesegnet hat. Der Schild ist eine Gabe des Einen, um Eiael für dessen Einsatz in der Schlacht zu ehren, in welcher ein Heer aus Dämonen und gefallenen Engeln besiegt wurde, dass die Feste der Engel selbst zu schleifen drohte. Eiael kann mit dem Schild die Hilfe des Pegasus "Ares" in Anspruch nehmen, um sich schneller zu bewegen.

Heiliger Brustpanzer
Die heilige Brünne ist wie der Schild ein arkanes Artefakt aus den Kriegen, die gegen die Dämonenfürsten geführt wurden und ein Geschenk von Uriel an Eiael. Eiael rettete Einstmals Uriel das Leben, als dieser von einem Dämon übermannt zu werden drohte. Die heilige Brünne wurde in den alten Schmieden des Elysiums hergestellt und ist leicht wie eine Feder. Niemals ist es jemandem gelungen, sie zu beschädigen, nicht einmal Kratzer sind auf ihr zu sehen. In ihr steckt ein winziger Teil der Macht Uriels, so dass sie auch im Dunkeln leuchtet, als bräche sich das Sonnenlicht auf ihr, wenn Eiael das wünscht.


Arm- und Beinschienen
Eiael trägt silberne Armschienen und Beinschienen, die ihm bei seiner Initiation in die Gemeinschaft der Seraphim verliehen wurden. Sie enthalten Runen, die von der Macht Gottes künden und dunkle Magie abhalten können. Über die Jahre hat Eiael mehr als ein paar getragen, da viele im Verlaufe seiner zahlreichen Kämpfe zerstört wurden und kann sie sich selbst herstellen- sollte er ausreichen Silber besitzen.


Berührung des Einen
"Berührung des Einen" ist ein Heilzauber. Eiael kann einen Teil seines Glaubens kanalisieren und damit Wunden heilen. Je größer die Wunden sind, desto mehr Kraft muss er aufbringen, um die Wunde zu heilen. Eiael wird durch jede Heilung schwächer und setzt diese Fertigkeit daher niemals im Kampf ein.

Zorn
Im Kampf wird Eiael von heiligem Zorn erfüllt. In seiner Zeit in der Krypta hat er gelernt, diesen in Blitzen aus seinen Augen austreten zu lassen, und so einem Gegner Schaden zuzufügen. Da es sich bei diesen Blitzen um reinigende Energien aus reinem Glauben handelt, können nur Lebewesen damit geschädigt werden. Im Gegensatz zur "Berührung des Einen" wird Eiael nicht schwächer durch den Einsatz von "Zorn".





Geschichte

Er begann zu zweifeln. Nicht an sich. Nicht an seinem Auftrag. Nicht an seinem Hass. Er zweifelte, ob die Zeit ausreichen würde. Er hatte viel gesehen. Er hatte viel gelesen, gehört, getan. Und dennoch war all das nichts. Nichts im Angesicht der Zeit. Wie lange war er bereits hier? Tage? Jahre? Jahrhunderte? Die Ewigkeit. Lange, vielleicht zu lange. War seine Schmach gesühnt? Hatte er seinen Auftrag erfüllt? Die Ewigkeit war vergangen und lag doch noch vor ihm. Er stand auf und streichelte zärtlich über Lumen Dei. Sie verstand ihn. Kannte ihn. Wusste, was geschehen war. Sie würde ihn nie im Stich lassen. Es wurde Zeit, wusste er. War er schon zu lange hier? Begann die morbide Umgebung, seinen Verstand zu beeinflussen? NEIN! Der Schmerz in ihm war abgeklungen, würde aber nie enden. War das die Strafe für sein versagen? Hatte der Dämon sein Ziel erreicht? NEIN! Nein, das durfte nicht sein. Er betrachtete Lumen Dei. Im Feuer lag Wahrheit. Er wusste was er zu tun hatte. All die Jahre der Meditation und des Trainings hatten aus ihm etwas neues gemacht. Der Wächter war zu etwas neuem geworden. Ein Krieger. Ein Streiter. Es war Zeit. Es war Zeit zu handeln. Es war Zeit, dass zu tun, was er musste. Zeit seine Schmach zu beenden. Zeit Vergeltung zu üben. Rache an jenen zu nehmen, die ihn an den Rand des Abgrundes gebracht hatten. War er dem Abgrund noch nahe? Er wusste es nicht. Aber er kannte seine Aufgabe. Ein letztes Mal strich seine Hand über seine Gefährtin. Im Feuer lag Wahrheit. Er hatte verstanden. Er steckte Lumen Dei in seine Scheide und straffte sich. Dann setzte er einen Fuß vor den anderen. Sein erster Schritt. Es war Zeit zurückzukehren. War er vergessen? Er wusste es nicht. Es war nicht wichtig. Seine Aufgabe war wichtig. Er ging auf die Tür zu und öffnete sie. Eiael verließ die Krypta und begann seinen Aufstieg...


Angeliten

Eiael und Nekael haben sich zusammengeschlossen, um die alten Werte der Gemeinschaft der Engel weiterhin zu vertreten bzw. wieder aufleben zu lassen. Sie bezeichnen sich als "Angeliten" und setzen sich nahezu rücksichtslos für ihre Sache ein.


Hintergrund I: Eiaels Schwur


Eiael blickte den Engel traurig an und erinnerte sich an die ruhmreichen Tage der Angeliten. Viele Siege hatten sie errungen und in vielen Niederlagen Seite an Seite die Schmerzen ertragen. Doch niemals hatte einer der ihren gezweifelt an seinem Tun - bis zu dem Tage, als Samael, Eiaels Freund und Kamerad, den Verlockungen des dunklen Herrn erlegen war.Komm mit mir, mein Freund. Höre nicht auf die Schwachen, glaube nicht ihr Gewäsch von Liebe, von Gnade und von Tugend. Wo ist ER? Wo war ER als Abariel und Kamanael starben? Sie die Wahreheit, Eiael, dein Glaube ist eine Lüge. Komm mit mir! Der wahre und einzige Herrscher dieser Welt ist unser Erlöser! Er wird uns leiten und uns führen in ein Zeitalter nie gekann... . Niemals würde Eiael wissen, welche Blasphemien und Ketzereien noch über die Lippen seines Freundes gekommen wären. Pyriel, der die Worte Samaels gehört hatte, war ob dieser in Rage geraten und hatte mit seiner Klinge Samaels Kopf vom Rumpf getrennt. Besudelt mit dem Blut seines gefallenen Freundes hatte Eiael stundenlang um Samael getrauert - bevor er sich geschworen hatte, niemals zuzulassen, dass der dunkle Verführer seine Macht ausbauen könne. Nicht solange er atmete.

Hintergrund II: Eiaels letzte Schlacht


Zuletzt von Eiael am Do Nov 12, 2009 4:51 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Eiael   Di Jun 23, 2009 12:04 am

Es war im Winter, kurz vor dem Julfest, wie die Heiden und Ungläubigen es nannten, der kürzeste Tag im Jahr und die Zeit, in der die Diener des Herrn der Dunkelheit am mächtigsten wahren. Der Zenit der Herrschaft des dunklen Herrn auf Erden war längst überschritten, doch immer noch kamen die Heere der Engel und der gläubigen Menschen nur langsam voran. Pyriel stand an seiner Seite. Zwei Veteranen waren sie, zwei von den wenigen, die aus den endlosen Kriegsjahren überlebt hatten und gestärkt hervorgegangen waren - wenn auch nicht ohne Wunden. Der Verlust Samaels drückte immer noch schwer auf seine Schultern - auch wenn er wusste, dass er nicht Schuld an dessen tragischem Ende war. In der ferne erklangen die grauenvollen Töne der Kriegshörner des Feindes. Eine Schlacht stand bevor - viele würden sterben. Er sah die Reihen der Engel und ihrer Verbündeten entlang. Zwerge, Menschen, Elfen. Jedes Volk zu schwach, um einen Dämon oder Vampir gegenüber zu treten, doch in ihrer Einigkeit stark genug, um dem Ansturm des Gegners zu begegnen. In der Mitte des Heeres befanden sich die Chöre der Engel, geführt von Felicitas, der hohen Fürstin und mächtigen Kriegerin der Engel. Wunderschön und doch schrecklich war sie anzusehen, ihre Augen wie glühende Diamanten, heiß und doch kalt, schlank ihre Figur, mit erhobenen Haupt, das Schwert zum höhnischen Gruß in Richtung des Feindes erhoben.
Auf einen Wink mit dem Schwert erhob sich sein Kriegstrupp in den Himmel, um kometengleich am Horizont auf den Feind nieder zu stoßen. Pyriel an seiner Seite lächelte ihn noch einmal schwach an. " Deus vult, Eiael." waren seine Worte, als er sich wieder dem Feinde zuwandte. Worte, die Eiael niemals vergessen würde.
Bereits in seiner frühen Zeit als Krieger war dies nicht nur ihr Schlachtruf, sondern vielmehr auch ihr Lebensinhalt gewesen. Deus vult - Gott will es. Es waren Prüfungen, die Er ihnen auferlegte. Und Eiael würde ihn nicht enttäuschen. Kaum merklich nickte er Pyriel zu. "Deus vult, frater." waren seine Worte.
Im Hintergrund hörte er die rauhen Klänge der Zwerge, ihre gutturalen Laute die sie für Lieder und Musik hielten, die seidenen Stimmen der Elben und das Gegröle der Menschen. Die Schlacht würde beginnen.
Er konzentrierte sich auf die vor ihm liegende Schlacht. Der Plan war einfach: Die Krieger der Engelstriaden würden die Dämonen am Himmel zerschmettern und danach den Bodentruppen zu Hilfe eilen. Die Streitkräfte der vereinigten Völker hatten die Aufgabe den Feind links und rechts zu umfassen und ihn danach zwischen ihren Linien zu zermalmen. Ein guter Plan, so wie nur von Felicitas kommen konnte, die gerühmt wurde ob ihrer taktischen und strategischen Fertigkeiten.
Er betrachtete den Himmel vor sich. Endlos schien das Heer des Feindes zu sein - schier grenzenlos die Zahl der Verblendeten. Viele hätten in diesem Augenblick gezögert. Viele hätten den Rückzug angetreten. Und sie hätten Recht daran getan. Nicht so die Engel: Mit ihrem Kriegsschrei auf den Lippen warfen sie sich in die Schlacht, ihre Schilde hoch erhoben, Speere, Lanzen und Schwerter in blitzenden Bewegungen geschwungen. Groß war ihre Pracht, ihre goldenen Rüstungen und ihre funkelnden Helme. Doch auch das prächtigste Heer verblasst in der Schlacht. Nach Stunden des Kampfes waren ihre Rüstungen matt und das Funkeln der Helme erloschen.
Eiael befand sich inmitten des Kampfes, zur rechten Pyriel und streckte niedere Dämonen nieder. In einem Moment des Atemholens blickte er sich um. Es war ihm seltsam vorgekommen, dass es nur schwache Kreaturen waren, die sich ihnen stellten...sollte die Dunkelheit keine Trümpfe mehr haben? Sollten sie am Ende ihres Weges angekommen sein?

Ein Schrei wie aus tausenden gequälten Kehlen ließ in erschauern und riss ihn aus seinen Gedanken. Sein Mut schwand, als er die Quelle des grausamen Geräusches erblickte: Dämonen. Hunderte geflügelte Dämonen, die aus ihrem Versteck hinter dem feindlichen Heer hervorbrachen wie eine nicht aufzuhaltende Flut. Der Himmel färbte sich schwarz und der Boden erzitterte unter den Schlägen ihrer ledrigen Schwingen. Ein Meer aus Klauen und Mäulern wälzte sich den abgekämpften Engeln entgegen. Was vor wenigen Augenblicken noch ausgesehen hatte wie ein strahlender Sieg begann sich in eine entsetzliche Niederlage zu verwandeln. Felicitas tat das einzig richtige: Sie ließ zum Rückzug blasen um sich neu zu Gruppieren und auf die neuerliche Bedrohung zu reagieren.
Eiael und den Engeln in seinem Kriegstrupp fiel die Ehre anheim, den Rückzug des Heeres zu decken. Lange standen sie wie ein Fels in der Brandung und Dämonen und Menschen fielen in Scharen vor ihren Schwerten und Flammen. Doch Einer nach dem Anderen wurden sie überwältigt, während die Flut der Gegner kein Ende zu nehmen schien. Ruhmreich waren ihre Taten, doch kündet kein Lied von ihnen. Adoriel fiel als erster, das Haar blutgetränkt, mit einer Akt im gespaltenen Schädel. Hadriel, der den Tod seines Freundes rächen wollte und sich kopfüber auf dessen Mörder stürzte wurde von Krallen und Klauen zerfetzt, als er seine Deckung fallen ließ. Umbriel starb mit verbrannter Haut, als ihn der Feueratem eines Dämonen dahinraffte. Einzig Pyriel und er selber standen noch, Schild und Schwert erhoben, hoch aufgerichtet und mit klarem Blick, als die Menge der Feinde zurückwich. Wie donnernde Schläge vernahmen sie die Schläge von Flügeln als sich ein Dämon den Weg zu ihnen bahnte. Eiael sah Pyriel an und lächelte schmerzerfüllt. "Siehst du dieses Monster, mein Freund? Er will uns - und das ist die eine Chance die wir brauchen. Viel hast du gesehen vom Feind und stark und kräftig sind deine Schwingen und Arme. Ich jedoch bin müde und ein Schwertstreich traf meine linke Seite. Ich bin zu schwach, als dass ich ihnen entkommen könnte. Flieg denn, alter Freund, und bringe Kunde vom Feind zur Fürstin. Deus vult." Pyriel sah ihn einen Moment an und sah dann, dass dies nicht die Zeit war zu streiten. Mit Tränen in den Augen flüsterte er: "Deus vult!" und flog der Sonne und dem Heer entgegen, verfolgt von den wütenden Schreien des feindlichen Heeres.
Eiael straffte sich und sah seinem Herausforderer entgegen. Es würde vielleicht sein letzter Kampf sein. Aber der Feind sollte merken, dass die Engel zu kämpfen wussten. Er hob seinen Schild und hielt Lumen Dei vor sich gestreckt.
"Wehe die, Kreatur der Schatten, hier steht Eiael, Hüter der weißen Klinge. Dein Tod. DEUS VULT!"


Hintergrund III (Entwicklung)
Machtspiele zwischen Engeln waren und sind noch äußerst selten. Von einem solchen Vorfall erzählt der Chronist der Engel, Kanubael, in seinem Buch "De Bello Angeli" folgendes:

Eiael landete nach der Ohrfeige unsanft auf dem Boden vor dem Fenster und sprang auf. Seine Augen, vor Sekunden noch unendlich leer und fast tot, brannten vor Zorn, seine Hand lag am Knauf seines Schwertes. Das Schild auf seinem Rücken, sein uraltes Geschenk, warf Schatten an die Wand der Kirche, als seine Rüstung hellrot zu glühen begann. Seine Körperhaltung, gespannt bis in die letzte Sehne, spiegelte seine lange Erfahrung wieder während sich sein Blick sich in den von Amanda brannte. Kalter Zorn stieg in ihm auf, wie eine unaufhaltsame Woge reiner Energie. Eine goldene Aura schien sich um seine Gestallt zu schmiegen, wie ein Umhang aus Licht. Seine linke, freie Hand öffnete und schloss sich und der Ausdruck von grenzenlosem Hass, der in seiner Miene lag, hätte Felsen verleiten können vor ihm wegzulaufen. Wie zu sich selber sprach Eiael in Gedanken zu seinem Schwert, sich auf das Kommende vorbereitend:
"Deus vult, Lumen Dei. Ista dies sunt "Dies Irae". Welch Häresie und Ketzerei in der Kirche, wo Waffen schweigen sollten. Wäre nicht die Fürstin der alten Tage gewesen, so würde dieser Ort Schaden genommen haben. Bezahlen muss sie für diesen Frevel. Leih mir deine Macht, Lumen Dei, und gemeinsam werden wir obsiegen!" Seine Blick traf den der Fürstin...

"Ihr seid zu weit gegangen, Fürstin, als ihr in diesem Hause Gewalt angewendet habt. Ihr wollt eine Führerin Euresgleichen sein? Ihr seid nichts weiter als ein Werkzeug, eine Marionette der Dunkelheit. Eure Worte lästern wider den Bestrebungen aufrechter Engel und niemals sollt ihr vergessen, was ihr heute getan habt. Kriecht auf dem Boden und bereut - doch spart euch eure Worte vor mir.
Vergeben mag eine Tugend sein, doch ich besitze sie nicht mehr.
Nie wieder werde ich einer Fürstin dienen, die es nicht verdient hat, mein Schwert lenken zu dürfen. Nicht mehr als ein räudiger Hund, der sich im Dreck wälzt seid ihr im Angesicht des Einen.
Versteckt euch nur weiter und versprüht eure Lügen! Dämonen nicht von Natur aus Böse? Lächerlich! Wer glaubt ihr, das IHR seid? Ich schwöre euch ab, Fürstin, und wisset:
Niemals sollt ihr Ruhe finden, niemals sollt ihr euch sicher fühlen, immer eingedenk, dass ihr euer Schicksal selbst gewählt. Eure Arroganz und euer blindes Vertrauen in eure Magie wird euer Untergang sein - wenn nicht sogar euer Tod. Erinnert euch meiner Worte!"

Eiaels Körper schien sich noch einmal zu spannen und mit einem gewaltigen Satz hechtete er, seine Schwingen majestätisch ausgebreitet auf Amanda zu, schneller als es möglich zu sein scheint. Sein Blick bohrte sich in Amandas schreckensgeweitete Augen, das heilige Feuer, Gottes Zorn, raste auf ihren Körper zu, als der Engel, gleich der personifizierten Rache, auf sie zuflog. Ihre Haut, berührt von den Flammen aus seinen Augen, begann wie Feuer zu brennen und färbte sich dunkel, wenn auch nicht schwarz. Sekunden bevor Eiael sie mit dem Knauf von Lumen Dei im Gesicht traf, hörte sie seinen Kampfschrei: "DEUS VULT". Vor Schmerz keuchend wurde die Häretikerin Amanda gegen eine Säule geschleudert, entsetzt von dem, was ihr einstiger Untergebener getan. Während alle anderen Engel mit Erstaunen und Erschrecken dem Kampf zuschauten, unfähig auch nur einen Finger zu rühren, setzte Eiael bereits nach und rammte der atemlosen Fürstin seine Faust in den Magen. Amanda krümmte sich unter Schmerzen, als Eiael ihr sein Flammenschwert an den Hals setzte.


Zuletzt von Eiael am Do Nov 12, 2009 4:59 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Eiael   Di Jun 23, 2009 12:05 am

"Ich werde euch nicht töten, Amanda, denn dies ist nicht meine Bestimmung.
Unterschätzt niemals einen Krieger, Welpe, der lange vor eurer Zeit bereits ein Kämpfer war. Erinnert euch an diese Niederlage. Erinnert euch gut."

Mit diesen Worten drehte sich Eiael zu Felicitas um und sah sie an. Seine Wut wich der typischen, ausdruckslosen Miene und der Glanz um seinen Körper verschwand. Der Schein seiner Rüstung verblasste, verlosch aber nicht, als er seine Worte an Felicitas richtete:

"Ihr ward Fürstin, Felicitas, und seid immer noch eine Große unter uns. Euer Wort hatte und hat Gewicht. Bringt Amanda zur Raison und zeigt ihr was es heißt Fürstin zu sein.
Mit Freuden wäre ich euch gefolgt - doch das Schicksal wollte es anders. Lasst mir Nachricht zukommen, wie dieses Konklave ausgegangen ist."

Er nickte in die Runde.

"Die Zeit ist Euer, Engel. Es liegt an euch, wie ihr sie gestalltet. Deus vult!"

Ohne sich noch einmal zur immer noch liegenden Fürstin umzudrehen spreizte Eiael seine Flügel und flog aus der Kirche, die Türen aufwerfend, so dass sie sich donnernd hinter ihm wieder schlossen, und entschwand in den Himmel.

So endete die kurze Periode der Häresie und kaum Schriften künden mehr von dieser Zeit der Uneinigkeit. Vegessen ist diese Tat Eiaels und nicht die geringste war sie - wenn auch eine der traurigsten Pflichten, die ein Engel wahrnehmen kann. Amanda unterdessen wurde für schuldig befunden, sich wider den Gesetzen des Einen versündigt zu haben und fand den Tod in den reinigenden Flammen!


Hintergrund IV
Eiaels Traum und Auftrag


Es war kalt, so dass sich vor seinem Gesicht weiße Wolken aus Kondenswasser bildeten, wenn er atmete. Die Luft war dünn und der Wind schneidend. Er sah sich um. Eiael stand auf einem Berg im Schein der untergehenden Sonne, die einem dunklen Omen gleich ihre letzten Strahlen über den Horizont sandte und die Welt in ein finsteres Zwielicht tauchte. Der Boden war kahl und tot, der Boden wie von einem gewaltigen Feuer schwarz. Ihm wurde klar dass hier seit Jahrhunderten nichts gewachsen war - und nie wieder etwas wachsen würde. Woher er dass wusste, konnte er nicht ergründen. Sein Schatten bewegte sich merkwürdig, die Realität selbst schien in dieser dunklen und morbiden Atmosphäre vor den Schrencken der Nacht zurückzuzucken. Sein Blick streifte eine niedergebrannte Scheune. Vieh, tot und mitten im Verwesungsprozess mit aufgequollenen Bäuchen und flehenden Augen lag vor der Scheune. Knochen, gebleicht von Jahren, in denen sie der Witterung ausgesetzt waren, lagen verstreut zwischen ihnen. "Was ist hier geschehen?" fragte sich der Engel. Sein suchender Blick traf auf einen versteckten oder kaum zu erkennenden, steinigen Pfad, der sich wenige Meter hinter der Scheune ins Tal senkte. Eiael ging ein paar Schritte auf die Scheune und den dahinter liegenden Pfad zu, als er die Stimmen hörte. Schreie, aus verdorrten und gequälten Kehlen ausgestoßen, die um Hilfe flehten. Frauen, die in Höllenqualen um ihren Tod flehten. Männer, die wie Kinder nach ihrer Mutter riefen, von Schluchzern und Weinkrämpfen begleitet. Und diese grausame, unmenschliche Stimme, die Lachte und sich an den Leiden der Menschen ergötzte. Die das Heer der sterbenden Seelen in der Stunde ihres größten Leides noch verhöhnte. Und dann sah er sie. Sieben in dunkle Roben gekleidete Männer, die um einen Altar standen, auf dem ein junges Mädchen von vielleicht 18 Sommern lag, gefesselt´, mit irrem Blick und nur mit einer halb durchsichtigen Kutte aus Seide bekleidet. An dem Altar waren dunkle Flecken zu sehen, wo das Blut früherer Rituale getrocknet und nicht entfernt worden war. Mit geweiteten Augen startte Eiael auf die bizarre Szene vor seinen Augen. Er wollte sich bewegen, wollte schreien, zu dem Mädchen eilen und die Kultisten töten. Doch eine unsichtbare Macht hielt ihn eisern im Griff, und kein laut Drang aus seiner Kehle. Die Kultisten stellten sich um den Altar auf; drei auf jeder Seite. Ihr Anführer, der Hierophant, stellte sich neben das junge Geschöpf auf dem Altar und intonierte mit krächzender Stimme einen Choral, der niemals hätte gesungen werden dürfen, zu schrecklich, als dass die Worte wiedergegeben werden könnten. Mit Stimmen, die nichts humanes mehr an sich hatten, fielen die anderen Anhänger des Kultes ein. Ein Singsang in einer arkanen Sprache erfüllte wie von Magie getrieben die Umgebung und die Worte waren wie Peitschenhiebe auf Eiaels Seele. Ein Blitz zuckte vom Himmel und verbrannte den Boden keine drei Meter neben dem Engel. Dann durchbrach ein Donnerschlag die Kakophonie des Bösen und der Choral verstummte. Nur ein Wispern war noch zu vernehmen, als der Hierophant einen schwarzen, beidseitig geschliffenen und über dem Heft gezackten Dolch nahm und ihn der Frau über das gesicht zog. Einmal, zweimal...fünfmal sah Eiael ihn die dunkle, matte Klinge erheben und ein Muster in das Gesicht der Frau schneiden. Dann setzte der Singsang der Kultisten wieder ein, begleitet von einem Geräusch wie fernes Lachen, dunkel und bedrohlich. In dem Moment, als der letzte Sonnenstrahl die Welt in ein schmutzig - rotes Licht tauchte, riss der Hierophant den Dolch in die Höhe und rammte ihn dem wehrlosen Opfer in die Kehle. Dunkles Blut spritzte ihm ins Gesicht, als er die Klinge aus dem Leib der Todgeweihten riss, Sehnen durchtrennend und Fleisch mit sich ziehend. Die vorher Ruhige versuchte, vom Scmerz offensichtlich dem Einfluss von Drogen entzogen, sich aufzubäumen und einen Schrei auszustoßen - doch alles was geschah war ein mattes Zucken ihres Körpers und ein kehliges Glucksen, als mehr Blut aus dem durchtrennten Hals hervortrat. Angeekelt beobachtete Eiael, wie der Führer der Kultisten mit geübter Präzision das Herz der Frau aus ihrer Brust schnitt und seinen Anhängern zu essen gab. Eiael schrie. Das letzte was er sah, bevor die erlösende Dunkelheit ihn überkahm, war ein Gesicht. Das Gesicht eines Dämons...


Hintergrund V
Die Angeliten im toten Gebirge


Eiael landete auf dem toten, kalten Boden und faltete seine Flügel hinter dem Rücken. Der kurz darauf landende Nekael sog erschrocken die Luft durch die dünnen Schlitze seines Helms und hielt gebannt inne. „Was ist das hier? Viel habe ich von diesem Ort gehört und mehr noch habe ich ihn gefürchtet – doch ich sehe meine schlimmsten Vorstellungen übertroffen. Nur der Tod scheint hier ein zu Hause zu finden.“ machte der jüngere Engel seiner Bestürzung Luft. „Verfluchter Boden; berührt von etwas unsagbar Schlechtem!“ erwiderte der Seraph und blickte in die Ferne. Ein weites Tal lag vor den Beiden und gab den Blick auf verwüstetes, karg und brach daliegendes, mit Ruinen übersätes Land frei. Ein eisiger Wind pfiff ihnen entgegen und schien wie mit eisigen Klauen an ihren Leibern und Seelen zu zerren. In der Mitte des Tals, auf einem Hügel, lag eine Trutzburg. Einst musste sie das Tal stolz und mächtig überragt haben. Nun war es, wie alles im Tal, ein totes Gemäuer, einsam, verlassen, verfallen. Das Tal roch förmlich nach Tot – und doch trug der Wind ein Flüstern, mehr zu spüren als zu hören, voll Bosheit und Häme, zu den Angeliten. Ein Flüstern, dass aus der Burg kam. Etwas war in diesem Tal. Etwas Arkanes. Etwas Böses.
Eiael straffte sich. Seine Rüstung war von dunklen, zornigem Rot und glühte leicht im Widerschein des Zwielichts, welches das Tal erfüllte. Seine linke Hand hielt den Schild, während seine Rechte sich um das Heft seines Schwertes gelegt hatte. Zu Nekael sagte er: „Fliegen ist gefährlich, junger Freund. Das Böse in diesem Tal ist wachsam, ich kann es fühlen. Schlecht beraten wären wir, würden wir fliegend zu ihm kommen. Allzu früh würden wir entdeckt. Wir werden zu Fuß gehen müssen.“ Nekaels einzige Reaktion war ein verstehendes Nicken. Dann begannen sie gemeinsam den langen, endlos erscheinenden Marsch. Ein schmaler Pfad führte vor ihnen in das Tal hinab. Der Boden knirschte unter jedem ihrer Schritte. Ungewollt sah Nekael nach unten und entdeckte den Grund für das Knirschen: Hatte der junge Cherub zuvor noch gedacht es wäre Sand, so traf ihn die Realität wie ein Schlag in den Magen: Milliarden winziger Knochensplitter bedeckten den Boden, durchsetzt mit ganz erhaltenen und noch nicht vom Wind erodierten Stücken. Menschliche. Tierische. Abnormale. Erschrocken wandte Nekael seinen Blick ab, als er Eiaels Stimme hörte: „Lass dich nicht verunsichern, Nekael. Ziehe Stärke aus deinem Glauben. Deus vult!“ Nekael bewunderte die stoische Ruhemit der der ältere Engel voran Schritt. Wie konnte er inmitten dieser … Hölle … so ruhig bleiben? Nekael schien das Leid, das hier geschehen sein musste, förmlich schmecken. Die Schreie der Todgeweihten klangen in seinen Ohren. Das Kreischen der Gefolterten materte seine Sinne. Dann wurde ihm mit einem Mal klar, dass es Realität war. Oder gewesen war. Hatte ihm seine angeschlagene Psyche einen Streich gespielt? Er wusste es nicht. Die Schrei waren wag, das Kreischen nur noch eine dunkle Erinnerung. Doch während der letzten Minuten waren sie an einer Siedlung angelangt. Zumindest an dem, was von ihr übrig war. Die Luft war geschwängert mit einem süßlichen, ekelregenden Geruch. Feuer schien noch immer in den schwarzen Ruinen der Siedlung zu schwelen, denn es stieg Rauch auf und obwohl man es nicht sehen konnte, so war doch das Prasseln der Flammen deutlich zu hören. Das Feuer hatte mit Macht gewütet: Außer den Grundmauern war das Dorf komplett niedergebrannt. „Wir sind nicht allein!“ zischte der Cherub Eiael zu und zog sein Schwert. Blutrot spiegelte sich, einem Omen gleich, dunkles, unheilverkündendes Licht auf dem blanken Stahl. Nekaels Augen begannen vor Erregung grell zu leuchten und ein leises, beinahe unhörbares Knurren entwich seiner Kehle unter dem Helm. Eiael zog Lumen Dei aus seiner Scheide. Das Flammenschwert schien förmlich in seine Hand zu springen, wie von einem eigenen Willen besessen und die Gefahr witternd. Grelle, fast weiße Flammen züngelten vom Heft beginnend an der Schneide empor und umspielten die Klinge. Langsam schlichen die beiden Engel, sich immer wieder nervös umsehend, vorwärts auf die Siedlung und deren Mittelpunkt zu. Galgen mit den Skeletten der Gehängten und Gekreuzigte säumten die Wege. An den bestialisch gerichteten Leichen waren teilweise noch die Spuren vergangener Mißhandlungen und Schändungen zu sehen – Brüche und abgetrennte Gliedmaßen waren dabei noch die geringsten Greul. Angewidert blickte Eiael auf einen in der Mitte geborstenen Schädel, an dem deutlich Bissspuren zu erkennen waren.


Zuletzt von Eiael am Do Nov 12, 2009 5:03 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Eiael
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BeitragThema: Re: Eiael   Di Jun 23, 2009 12:05 am

In der Dorfmitte angekommen, sahen sich die Engel um. Ein weiträumiger Platz öffnete sich im Zentrum, beherrscht von einem einzelnen, kahlen Baum, dessen krankes Aussehen sich perfekt in die morbid wirkende Atmosphäre des Dorfes einpasste. Seine Oberfläche war von krebsartigen Geschwüren und Pusteln übersät; seine krummen Hände reckten sich gleich einer Hand, die nach dem letzten rettenden Strohhalm greift, in den Himmel, wie um sich noch einmal am Leben festzuklammern, um schlussendlich in dieser Haltung zu sterben. Der Baum knarzte im Wind, ein Ton wie das Wehklagen einer gemarterten Seele. Je näher sie dem Baum kamen, desto fauler roch die Luft. Wie Wasser schien sie jetzt um die Engel zu wabern, dickflüssig, fast schleimig. Ihre Schritte wurden langsamer und verstummten dann, als sie am Baum angekommen waren. Der Wind erstarb – und mit ihm alle Geräusche. Nur die Turmuhr der weit entfernten Trutzburg stieß ein einzelnes, klagendes Läuten aus und verstummte dann ebenfalls. Sekundenbruchteile, die sich wie Ewigkeiten unendlich in die Länge zogen, hielt die absolute Stille an, bevor Eiael Nekael zunickte und seine Worte wie Messer in die Ruhe schnitten. „Wappne dich!“ Beide Engel hoben ihre Schilde und blickten sich um. Sie konnten fühlen, dass sich etwas außerhalb ihres Sichtfeldes tat.
Ein langgezogener Schrei war die einzige Warnung, die sie vor dem Angriff bekamen. Dann geriet die Dunkelheit der Ruinen in Wallung und der eisige Wind setzte von neuem ein. Die Angeliten sahen sich lebendig gewordenen Alpträumen gegenüber. Aus der Dunkelheit der Gebäuderuinen strömten bizarre, furchterregende Gestalten. Einst waren es ihrer äußeren Form nach wohl Menschen gewesen, vielleicht sogar Teile der Bevölkerung dieses Tals. Zwei Arme, zwei Beine, Rumpf und Kopf waren allerdings die einzige Ähnlichkeit, die geblieben war. Die Arme waren zu lang und schienen über mehr Gelenke zu verfügen, als normal gewesen wäre. Die Extremitäten, die nicht in durch Verletzungen verursachten Stümpfen endeten, waren mit Mordwerkzeugen versehen: Entweder blanker Knochen, der durch grausame Mutationen zu Klingenartigen auswüchsen geworden war, angefeilte Knochenenden, wo Gliedmaßen abgehackt worden waren, lange Klaue oder aber durch widerwärtige Experimente angenähte, rostige Stahlklingen. Die Rümpfe waren aufgedunsen und halb verwest. An vielen Stellen waren eitrige Blasen und Wunden zu sehen, aus denen ein beständiger Strom von krankmachendem, gelben Sekret strömte. Zum Teil waren die Wunden so tief, dass Gedärme hervor quollen und andere Organe zu sehen waren. Einige der Schattenkreaturen hatten keine, zerfetzte oder abgerissene Beine und zogen sich nur auf ihren Armen vorwärts. Jene, die noch Beine hatten, wiesen an denen Spuren früherer Kämpfe und Mißhandlungen – vielleicht auch selbst zugefügte Verletzungen – auf. Das Erschreckendste an den Kreaturen waren jedoch die Köpfe: Bei allen waren die Zähne durch schwarze, unheilige Magie zum Wachsen gezwungen worden und lange, faulende Hauer, an denen Geifer herunterfloss, ragten aus den Mäulern. Einige hatten lange, gespaltene und spitze Zungen, wie Reptilien, die wild zuckend aus dem Maul hingen. Ihre Augen waren leer und tot: Entweder war nur das Weiß der ehemals menschlichen Augen ohne Iris zu sehen oder aber die Augen waren brutal aus den Köpfen gerissen worden und hatten nur blutige, eitrige und von Wundbrand geschwollen – entzündete Höhlen zurückgelassen. Eines hatten aber alle Wesen gemein: Trotz ihres klobigen und ungelenken Aussehens waren sie schnell! Von dunklen Kräften beseelt und angetrieben von unbändigem Hass auf alles Lebende kamen sie aus dem Ort zur Mitte – auf die Engel zu. Die beiden Krieger standen jetzt Rücken an Rücken, um der anstürmenden Horde zu begegnen. Ein schwarzer Schatten, nur schemenhaft im unheimlichen Zwielicht zu erkennen, sprang auf Eiael zu, die gekrümmten Klauen auf seinen Hals gerichtet. Eine übermenschlich schnelle Bewegung, erlernt in Jahrhunderten des Trainings, ließ ihn die Klauen von ihren Armen trennen, bevor sie ihn erreichen konnten. Die Kreatur heulte wütend auf, während der angelitische Krieger über und über mit grünlichem Schleim aus den Wunden besudelt wurde. Als hätten die anderen Kreaturen nur auf dieses Zeichen gewartet, stürzten sich nun alle auf die beiden Krieger, gleich einer lebendigen Flut, um sie in einem wahren Sturm aus wirbelnden Klingen und Klauen in Fetzen zu schneiden. Eiael begegnete dem Ansturm mit einem abwärts geführten Schlag seines Schwertes, während er die zuvor verwundete Kreatur mit dem Fuß von sich stieß und ihr mit dem schweren Stiefel den Schädel zertrümmerte. Der Schlag schlitzte dem nächsten Untoten den Bauch auf, der folgende Rückhandschlag brannte sich in die Oberarmhaut eines Weiteren, nachdem er einem Anderen den Kopf von den Schultern geschlagen hatte. Rechtschaffender Zorn stieg in Eiael auf. Wie konnten diese Wesen überhaupt existieren? Sie waren eine Beleidigung der Schöpfung selbst! Er fing den Schlag einer Schattenbestie mit dem Schild auf und stieß mit Lumen Die zu. Eine weitere Gestalt fiel blutend zu Boden.
Nekael schlug sich im Rücken Eiaels beachtlich. Wie ein Berserker teilte er Hiebe aus, die zwar nicht die tödliche Eleganz von Eiaels Kampfstil inne hatten, im Ergebnis aber die gleich Wirkung erzielten: Ein weiterer Hieb trennte mehrere vorgestreckte Gliedmaßen ab – öffnete aber seine Deckung und gab so einer der Zombie – Kreaturen die Möglichkeit hatte ihm eine tiefe Fleischwunde in der rechten Schulter mit ihrer rostigen, mit triefendem Schleim bedeckten Klinge beizubringen, nur Sekundenbruchteile bevor ihre Augen nach einem weiteren Schlag des Cheruben den eigenen Körper auf sich niederfallen sahen.Nekael schrie vor Wut und Schmerz laut auf und verdoppelte seine Anstrengungen. Eiaels Rüstung begann in einem zornigen Rot zu glühen, als der heilige Zorn ihn überkam. Aus seinen Augen schossen goldene Lichtblitze, die untotes Fleisch verbrannten, wo immer sie es trafen - ein Anblick, bei dem selbst die seelenlosen Zombies zurückschreckten. Dieser Moment des Durchatmens genügte den Engeln, um in die Offensive zu gehen und ihre gesamte Wut gegen die unheiligen, widernatürlichen Kreaturen zu richten. Beide Angeliten ließen ihre Klingen wirbeln und stießen Mitten in die feindliche Horde hinein. Das nun folgende Handgemenge war mörderisch: Die Untoten hatten zwar ihre größte Waffe gegen die Krieger des Lichtes - das Überraschungsmoment - verloren, aber der Kampf war nicht einfach. Die Kreaturen wurden zurückgedrängt, doch die Engel zahlten ihren Preis. Eiael und Nekael bluteten bereits aus vielen Wunden. Der Boden war getränkt mit Eiter und Schleim aus den klaffenden Schnitten in den Körpern der Bestien, vermengt mit dem hellen Blut der Engel. Dann war es - plötzlich - vorbei: Mit einem mächtigen Hieb seines Schwertes köpfte Nekael die letzte der angreifenden Kreaturen.
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BeitragThema: Re: Eiael   Di Jun 23, 2009 12:05 am

Beide Engel keuchten erschöpft und ließen sich auf die Knie sinken. Zwei Dutzend der Kreaturen besudelten den Platz rund um den Baum, ihre Leiber und abgetrennten Gliedmaßen, aus denen immer noch ekelhaft aussehendes Sekret quoll, bedeckten fast jeden Quadratmeter des Bodens. Eiael sah Nekael aus müden Augen an. Die Aura aus goldenem Lich, welche den Älteren während des Kampfes umgeben hatte, war verschwunden und auch seine Rüstung glühte nur noch schwach nach. "Du hast dich tapfer geschlagen, junger Freund." sagte Eiael zu seinem jüngeren Gefährten und ließ ein warmes Lächeln aufblitzen - das ebenso schnell verschwand, wie es gekommen war. "Deine Wunden...lass mich danach sehen." Nekael schrak zurück. "Nicht nötig, Eiael. Ich vermag nicht zu sagen, was zu tun ihr im Stande seid und wie ihr meine Wunden zu heilen versuchen wollt, doch seid gewiss, dass keine tief ist und mein Leben nicht in Gefahr. Spart eure Kraft, Herr Eiael, denn wir werden sie noch brauchen." Eiael nickte, erwiderte aber: "Lasst nicht falschen Stolz euch leiten, denn Stolz ist der erste Schritt auf dem Weg zur Dunkelheit." Schmerzliche Erinnerungen durchzuckten den Seraphen und quälten ihn, bis er sie mit einem Seufzer abschüttelte. "Schon vor langer Zeit kämpfte ich gegen jene Wesen - und jene die sie erschufen. Sie sind durchdrungen von dunkler Magie. Sie, ihre Seelen und ihre Waffen. Werden eure Wunden nicht versorgt, so schleicht sich die Finsternis wie Gift in euren Körper. Ändert euch. Verdirbt euch. Und letztendlich werdet ihr zu dem, was zu vernichten ihr trachtet." Bestürzt gab Nekael nach. Eiael schloss seine Augen und sein Gesicht verzerrte sich zu einer Maske aus reiner Konzentration, als er sich mittels Magie um die Verletzungen seines Mitstreiters kümmerte. Seine Hände umspielte ein schwacher, goldener Glanz als er sie auf die Wunden von Nekael legte. Schwarzer Dunst stieg auf, als seine Hände die Stellen berührten, an denen die Schattenwesen den Engel verwundet hatten. Nach und nach schlossen sich die Wunden des Cheruben. Erschöpft ließ Eiael sich auf die Hacken sinken, um sich nicht mit den Flüssigkeiten der Bestien in Berührung zu kommen. "Wir werden hier rasten müssen, Nekael. Ich bin sehr erschöpft und kaum noch in der Lage einen Kampf auszutragen." Der Engel schien um Jahre gealtert zu sein und war sichtlich erschöpft. Der Wind, der kurz nach dem Tod des letzten Wesens wieder eingesetzt hatte, jaulte höhnisch in ihren Ohren und das Knarzen der Äste des toten Baumes im Wind glich dem finsteren Gelächter hunderter Stimmen. Eiael deutete auf den Baum un wies Nekael an: "Eines gilt es noch zu tun. Der Baum. Lass ihn Gnade finden. Erlöse ihn im reinigenden Feuer deiner Kräfte. Das Böse an diesem Ort hat seinen Fokus in diesem...Ding; der Baum ist vom Wipfel bis zur Wurzel von Finsternis erfüllt." Eiael stand entschlossen auf und hob Schwert und Schild. Auf den fragenden Blick von Nekael antwortend fuhr er fort: Jemand, ein mächtiger Zauberer vermute ich, hat die Essenz eines Dämonen an den Baum gebunden, wahrscheinlich um einen Wächter zu erschaffen. Der Dämon wird ebenso erschöpft, wenn nicht sogar noch erschöpfter, wie wir sein. Zerstöre den Baum. Ich werde den Dämon vernichten." Grimmig nickte Nekael seinem Mentor zu und schloss seine Augen. Er ließ seinen Willen und seinen Glauben eine gleißende Kugel aus weißem Feuer erschaffen, die er mit einem lauten Aufschrei in Richtung des Baumes schleuderte. Die Kugel traf den Baum mit einem lauten Zischen ionisierter Luft und zerbarst. Giftige und ätzende Dämpfe stiegen von dem sofort Feuer fangenden Baum auf, während sich die Schreie von unzählbaren geknechteten und gequälten Seelen in einem infernalischem Schrei, ausgehend vom Stamm, gebündelt wurden. Die Verbindung zum Dämon schwand. Es war, als ob sich die Realität zurückzog und ein Hauch des Surrealen durchzog die Wirklichkeit, als die Flammen das schwarze Ding komplett erfassten und die gebundenen Seelen freigaben, die dem Dämon im inneren der Pflanze zum Opfer gefallen waren. Eine dunkle, verschwommene Gestallt zeichnete sich schemenhaft vor der Flammenwand ab, als die Fesseln des Dämonen gesprengt wurden und er frei vom Wirtskörper war und diesen verließ. Kaum sichtbar, da stürzte Eiael auch schon, seinen Kampfschrei auf den Lippen, auf die Höllenkreatur zu. "Deus vult" hallte von den nackten Felsen des Tals wieder. Er hatte seinen Schild fallen gelassen und führte Lumen Dei beidhändig. Die helle Klinge loderte weißglühend, als sie den Schrei des Engels vernahm. Wie beseelt zuckte die Klinge vor, als der Hüter sie zu einem gewaltigen, abwärtsgerichteten Hieb zwang, die die Schemenkreatur vom Kopf bis zum Fuß spaltete. Der Schemen stieß einen letzten, unmenschlichen Schrei aus, der sich zu einem abrupt absterbenden Crescendo steigerte, als seine Essenz in die tiefen der Hölle verschwand. Sekunden später war nur noch das Geheul des Windes über.
Eiael sank auf die Knie, erschöpft vom neuerlichen Kampf und den vorherigen Anstrengungen. Die bösartige Aura, die zuvor fortwährend am Rande des Bewusstseins genagt hatte , war verschwunden - nicht aber das Gefühl allein und verlassen zu sein. Nachdem sie nun für einen Moment in relativer Sicherheit waren, entspannten sich die Beiden und rasteten. Eiael ruhte, bewacht von Nekael, für etwa drei Stunden, bevor sie ihren Weg zur Mitte des Tals durch die Tristess der Gegend fortsetzten.
Sie konnten der Straße folgen, die sich vom Dorf in das Tal hinein Wand.
Was am Anfang noch sauber gelegte Pflastersteine gewesen waren, änderte sich nach kurzer Zeit: Zuerst waren es nur einzelne Steine, die durch Schädel toter Menschen und anderer Wesen ersetzt worden waren. Dann häufte sich das Bild, bis schließlich eine schauderhafte, nur aus Totenschädeln bestehende Straße durch das Tal zog. Entstellte Leichen und Skelette wechselten sich mit Kadavern abgeschlachteter Tiere ab. Karren, Habseligkeiten und sonstige Spuren einer in Panik fliehenden Bevölkerung säumten die Ränder der Straße. "Niemand hat es geschafft. Kein einziger." schoss es Nekael durch den Kopf, als er das verstörende Bild sah, dass sich ihnen bot. Die beiden Angeliten gingen voller Abscheu an den Überresten vorbei. "Was nur mag der Grund für all das gewesen sein? fragte Nekael - weniger weil er dachte, dass Eiael eine Antwort hätte, als vielmehr um die Stille zu brechen, die wie einer zentnerschwere Last auf den Gemütern der Engel lag. "Das Böse, die namenlose Dunkelheit, braucht keinen Grund um Unheil zu vollbringen. Es labt sich am Leid derer, die gequält werden. Es weidet sich am Schmerz und genießt den Moment, wenn alle Hoffnung verloren geglaubt wird und der Glaube die Menschen verlässt. Wo wir das Licht bringen, ist es das Böse, welches das Licht verdunkelt. Die Legionen der Dunkelheit sind nur getrieben von Neid und Hass auf alles Lebende, denn wir kennen Gefühle und Wärme, die sie nie erfahren werden. Sie bringen Leid und Schmerz aus eben diesem Grund in unsere Welt. Jeder der Dunkelheit in sich trägt" Eiaels Blick streift Nekael, zu direkt um zufällig zu sein, "nährt sie und verleiht ihr Stärke. Deshalb ist es die Aufgabe von uns Engeln uns gegen all die zu stellen und wider jene zu streiten, die das Licht des Lebens zum Verlöschen bringen wollen."
Eiael blieb stehen und sah zu dem immer noch weit entfernten Hügel, auf dem die Burg lag, hinüber. Dann senkte er den Kopf und schritt, tief ins Gebet vertieft, weiter auf den Quell der Dunkelheit zu. Nekael folgte ihm mit rasenden Gedanken. Hatte der andere Engel seinen inneren Zwiespalt gespürt? Wie hatte er seine dunkle Seite bemerken können? Er hatte Angst. Angst davor, so zu werden, wie die Gefallenen seiner Art, die während der großen Kriege verbannt und gejagt worden waren. Nur wenige dieser Engel waren jetzt noch übrig, doch noch immer warfen diese wenigen (aber mächtigen)Engel einen Schatten auf die Geschichte der Himmlischen Chöre. Ein Schandfleck ihrer Historie. Nekael hatte Angst sich selbst zu verlieren und in den dunklen Abgründen seiner Seele seine Identität gegen eine neue, dunkle, einzutauschen. Als hätte Eiael seine Gedanken gelesen fuhr er fort: "Furcht ist die mächtigste aller Waffen des Feindes. Zage nicht in ihrem Angesicht und bekämpfe sie, wo immer du kannst mit jeder Faser deines Seins. Ein Funke Licht, wie klein auch immer er sein mag, vertreibt einen Teil der Dunkelheit - egal an welchem Ort. Dieser Funke kann ein Feuer entzünden, dass die Dunkelheit zurückdrängt. Doch wisse: Niemals kann Licht ohne Dunkelheit existieren, wie auch das Gute ohne das Böse bedeutungslos ist. Erkenne das für dich, und du wirst auf dem rechten Weg sein. Dann schwieg der alte Engel wieder und ließ Nekael mit seinen Gedanken allein. Sie hatten jedes Gefühl für Zeit verloren. Weder Eiael, noch Nekael wussten wie lange sie schon marschiert waren. Die Realität schien nicht mehr an die Gesetze der Natur gebunden zu sein. Und immer noch hatten sie eine weite Strecke vor sich, obschon die Burg deutlich näher gekomen war. Je näher sie der Burg kamen, desto kälter kam ihnen die sie umgebende Luft vor. Das Gefühl einer drohenden Gefahr wurde immer intensiver - doch es hatte seit...langer Zeit keinen Angriff mehr gegeben. Noch nicht. Für einige Kilometer aber hatten beide Krieger die huschenden Schatten in den Ruinen verlassener Gebäude gesehen, die leisen Laute unterdrückter Mordlust gehört und die Blicke von leeren Augenhöhlen in ihrem Rücken gespürt. Der Feind sammelte erneut seine Kräfte, brachte seine Figuren wie in einem Schachspiel in Position. Müde, aber wachsam, gingen die Engel weiter und versuchten die nächste Siedlung - oder besser: deren Überreste - zu erreichen.
Sie hätten es fast geschafft. Wenige hundert Meter vor den ersten schwarzen Mauerresten kam der Angriff. Woher sie kamen, wussten die Engel nicht. Sie waren einfach da.
Alpträume. Gestallten, die nicht nur in dieser, sondern auch in einer anderen Welt zu existieren schienen brachen über sie herein. Eiael verlor nach Bruchteilen von Sekunden den Überblick. Nekael und er selber standen breitbeinig, sicheren Stand suchend und grimmig - entschlossen nebeneinander im dunklen Widerschein des Bösen. Ein kehliges Murmeln ging von der Anrückenden Wand der Bestien aus, als sie sich auf die Engel stürzten. Eiael hob seine Klinge, um den ersten Hieb zu parieren - und zerschnitt die Trugbilder, die sich in Rauch auflösten. Der Wind heulte schrill, und wieder war es beiden Kriegern als dringe Gelächter zu ihnen herüber. Ein weiteres Trugbild löste sich in Luft auf, als Nekaels Klinge vorzuckte. Dann traf etwas mit unglaublicher Wucht Eiaels Schild. Der Engel stöhnte laut auf, als stechender Schmerz durch seinen linken Arm fuhr. Seine Klinge, aus reinem Reflex in Richtung der Kreaturen geführt, traf etwas weiches, nachgiebiges und ekelhafter Gestank peinigte seine Sinne. Dunkles, krankes Blut brach aus der Wunde des Wesens hervor, dass er getroffen hatte. Es wich zurück. Heulte vor Schmerz. Dann ein weiteres, unmenschliches Heulen, begleitet von einem grellen, roten Flackern. Nekael hatte seine Trugbilder zerstört und bereits einen der Illusionisten getötet...nein: zerfetzt. Stücke von widerlichem Fleisch und abgetrennte Gliedmaßen bedeckten den Boden um ihn herum und vermischten sich mit den austretenden Flüssigkeiten und Gedärmen. Das Flackern strömte aus seinem Helm, aus dem jetzt auch ein gackerndes Lachen ertönte. Deutlich vernahm Eiael seine eigenen, verzerrt wiedergegebenen Worte. Immer und immer wieder. "Deus vult!" Gott will es. Der alte Engel ließ sein Schwert sinken und sah betroffen, wie Nekael den letzten der Illusionisten fällte. Der Wind war jetzt unüberhörbar zu einem krächzendem Lachen geworden. Nekael warf ein letztes Mal den Kopf nach hinten und stieß einen lang gezogenen Schrei aus. Dann brach er zusammen. "Lieber Freund. Deine Dämonen haben dich eingeholt. Ich hätte es sehen müssen." wisperte der alte Engel, als er den jüngeren auf seine Arme nahm. Einen letzten Blick warf er in Richtung der Mitte des Tals. Höhnisch stand immer noch in seinem Zentrum die Ruine. Und was immer auch darin sein mochte - es musste warten. Erschöpft nahm er den Angeliten auf seine Arme, steckte das Schwert zu seinem und den Schild auf den Rücken. "Ich werde wieder kommen. Eines Tages." waren seine letzten Worte, bevor er Ares zu sich rief. Wie immer dauerte es nicht lange, bevor das Pegasus auftauchte. Freudig und ängstlich zugleich sah es dem Engel entgegen, der erschöpft, seinen Freund auf den Armen, auf ihn zuwankte. Mit letzter Kraft schob Eiael den anderen Angeliten auf den Rücken des geflügelten Pferdes und hiefte sich selbst dazu. "Bring uns heim, Ares. Nur weg von diesem Ort." stieß er hervor. Und Ares gehorchte.

NPC
Ares (Pegasus)





Das Schild, welches von Eiael getragen wird, erlaubt es Eiael das Pegasus Ares zu rufen. Ares ist eines der himmlischen Reittiere und stand Eiael in vielen Schlachten zur Seite. Ares selber ist ein grausamer Anblick im Kampf: Seine grazile Schönheit täuschen über die brutale Stärke hinweg, die Ares während einer Schlacht auf seine Gegner loslässt. Ares kämpft ohne Rüstung, doch sind seine Hufe und Schwingen tödliche Instrumente bei einem solch erfahrenem Krieger. Ares kann weder sprechen, noch sich telepatisch unterhalten, doch versteht er jedes Wort, dass in seiner Gegenwart gesprochen wird. Ares empfängt nur Befehle von jenen, die Eiaels Schild tragen und wird sich niemals gegen einen Schildträger stellen, der dem Licht dient.


To be continued...
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Vlaad
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BeitragThema: Re: Eiael   Di Jun 23, 2009 7:44 pm

Das ist Wahnsinn,ein sehr sehr guter Steckbrief also angenommen^^
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BeitragThema: Re: Eiael   

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