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 Anwesen der Familie D'Astrier

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Eiael
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BeitragThema: Anwesen der Familie D'Astrier   Mi Nov 04, 2009 9:51 pm

Der Ballsaal war prall gefüllt mit maskierten Noblen, die, auf Einladung der Familie D'Astrier hier zusammengekommen waren, um der Tristess des Alltags zu entgehen. Gold, Seide und wertvolle Schmucksteine blinkten in jedem Winkel, jeder Atemzug durch die Nase hätte einen normalen Bürger auf der Stelle ob der vielen Düfte durch Reizüberflutung zu Boden geschickt und die Tische an den Seiten des riesigen Raumes bogen sich unter den exotischen Speisen. Teure Brokatvorhänge, ganz in Purpur gehalten, wechselten sich mit kunstvollen Gobelins ab und die Gemälde der edelsten Vertreter des Hauses D'Astrier prangten an den Stellen, die am auffälligsten waren.
Kein normaler Mensch hätte vermuten können, dass in dieser edlen Gesellschaft der Makel so tief saß. Niemand hätte vermuten können, dass nicht alle Adeligen des Reiches, die sich hier tumelten Anhänger des Einen waren. Nur geübte Augen konnten die Anzeichen richtig deuten...und längst nicht alle in diesem Hause waren geübt.
An einem Tisch in einer Ecke des Raumes standen mehrere Sessel mit breiten Armlehnen, auf ihnen der Inbegriff der Dekadenz: Baron Antoine D'Astrier war umgeben von einer illustren Runde aus Bankleuten, Adeligen und sonstigen Speichelleckern - allesamt kaum mehr als ein Jahr nach ihrer Aufnahme in den Kreis der Männer alt. Und Antoine war gelangweilt. "Sagt mir, wie lange noch, bis diese ... jämmerlichen Anhänger alter Traditionen endlichen gehen? Ich bin ihrer überdrüssig!" wandte sich der jüngste Spross des Hauses an einen im Schatten stehenden Vertrauten. "JA, wie lange noch bis das Vergnügen, das ihr uns versprochen habt, beginnt?" warf ein weiterer, feister Jugendlicher, kaum mehr als ein Kind und offensichtlich aus wohlhabenden Hause ein. "Unser Fest zu Ehren der dunklen..." Die Hand Antoines traf ihn wie ein Blitz. "Schweig! Oder willst du, dass die ganze Stadt davon erfährt? Ich für meinen Teil habe keine Lust darauf, die Fanatiker des schwächlichen Einen in meinem Haus zu sehen." zischte Antoine dem beschämt dreinblickenden Jüngling zu. Sie würden warten müssen...
Bei dem Gedanken an das, was sie erwarten würde, lächelte der Adelige vor sich hin. In einem Nebenzimmer war alles vorbereitet. Eine Schankmaid, die auf bäuerliche Weise gut aussah, würde ihre Gier befriedigen. Es war ein leichtes gewesen, sie in diesen Raum zu bringen. Der Fremde hatte ihm das Mittel gegeben. Der Fremde... Antoine hatte keine Ahnung wo er herkam. Er wusste eigentlich nicht einmal genau, wie er ihn kennen gelernt hatte. Er wusste nur, dass er sein Verbündeter war. Mit einem Seufzen wandte sich Antoine von dem Fremden ab, der keine Anstallten machte zu antworten und widmete sich wieder einem Gespräch über irgendwelche nichtigen Dinge.

----

Zwei Stunden später waren die meisten ihrer "noblen" Gäste gegangen - oder besser: diejenigen, welche noch gehen konnten. Andere waren von ihren wartenden Dienern hinausgetragen worden, wieder andere waren einfach gekrochen. Die Zeit war gekommen...

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Eiael
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Ananiel
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BeitragThema: Re: Anwesen der Familie D'Astrier   Mi Nov 04, 2009 10:25 pm

Ananiel wirbelte über die Tanzfläche, ein Tänzer in weiß und Gold.
Sein Gewand war von edelstem Schnitt, mit Mustern verziert die das Auge fesselten und faszinierten und dazu eine prächtige goldene Maske. Was dem geübten Beobachter jedoch auffallen mochte waren die Muster im Muster seiner Kleidung, die dann und wann aufblitzten wenn das Licht im richtigen Winkel darauf traf.
Es waren seltsame Muster, die nicht so recht erkennbar waren und sich doch in den Verstand des Betrachters brannten, ohne dass dieser sich dessen wirklich gewahr wurde.
Ananiel hatte viel Zeit darauf verwandt die Seide so herzurichten, bis sie seinen Wünschen entsprach.
Nun glitt er auf leichten Stiefeln, ebenso weiß wie die seidene Hose und die passende Jacke, über den Tanzboden. Er verstand sich auf dieses Spiel und er genoss die Zeit, bevor die eigentliche Veranstaltung begann.
Er flirtete mal mit dieser, mal mit jener und erwog auch ob er sie bei passender Gelegenheit in sein Schlafgemach geleiten würde.
Doch heute hatte er andere Dinge im Kopf.
Seine Position hatte Ananiel erst kürzlich deutlich gemacht, als Harrit, ein einflussreicher Händler versucht hatte Ananiels Lieferanten im Norden abspenstig zu machen. Ananiel bezog einen Großteil seiner kostbarsten Waren, er hatte inzwischen einen hübschen Batzen vom Geschäft seines Vaters direkt übernommen, aus dem Norden.
Welch Zufall, dass man den Händler kurz darauf verhaftete. Es hieß er habe mit den Söhnen etlicher unbescholtener Bürger entsetzliches getan.
Und Ananiel bedauerte das wirklich, denn diese Geschichte war keine Lüge. Harrit war in der Tat ein widerliches Exemplar eines Menschen und man konnte über Ananiel sagen was man wollte, es gab Grenzen.
Wie dem auch sei, auf dieser kleinen Feier musste er keine übellaunigen Expartner oder Konkurrenten fürchten, die hatten sich bis auf weiteres verkrochen.
Der Gastgeber war da schon eher ein mögliches Problem, auch wenn er es gewesen war, der Ananiel überhaupt erst eingeladen hatte.
Genau genommen gerade deswegen.
Ananiel jedoch war zuversichtlich, sollte es zu einem Kräftemessen kommen und nicht nur zu einer Zeremonie.
Behutsam betrachtete er den Baron, nicht ohne wohl verborgene Abscheu.
Vielleicht mochte er sich auch täuschen, viele unter jenen, die im Verborgenen agierten waren darin wahre Meister.
Aber wie dem auch sei, die meisten Anderen um den Baron waren mit Sicherheit bedeutungslos.

Derweil flaute die Feierlichkeit ab, die Gäste gingen...oder was man auch sonst zu diesem Prozess sagen mochte.
Ananiel verabschiedete sich von Pieter, einem jungen Adeligen der gerade in der Armee Karriere machte. Ein alter Bekannter, der immer ein offenes Ohr für Ananiel hatte, vielleicht würde er bald auch zu den speziellen Treffen eingeladen werden.
Ananiel schlenderte zu einem der Tische und schnappte sich ein übrig gebliebenes Häppchen. Abwesend kauend besah er sich jene, die übrig blieben.
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BeitragThema: Re: Anwesen der Familie D'Astrier   Do Nov 05, 2009 12:54 pm

Antoine sah zu dem letzten verbliebenen Gast hinüber und schüttelte den Kopf. Er konnte sich nicht erinnern, warum er diesen Jüngling eingeladen hatte. Der Fremde musste auch da seine Hände im Spiel haben. Der Fremde... schaudernd sah der Adelige wieder zu der verhüllten, in den Schatten verborgenen Gestallt herüber. Dann warf Antoine die aufkommenden Zweifel beiseite. Das Vergnügen würde sich lohnen! Langsam erhob sich D'Astrier von seinem Sessel und ließ seinen Blick von einem Anwesenden zum Anderen wandern, bevor er mit freudiger Erwartung verkündete: "Die Zeit ist gekommen!" Ein erleichtertes Aufatmen erfüllte den Raum, als die anderen "Kultisten" seine Worte aufnahmen. Dann schritt Antoine zu einer Seitentüre des Saales, die hinter einem der schweren Brokatvorhänge versteckt war. Sofort mischten sich die Dämpfe von Räucherstäbchen mit der ohnehin duftschwangeren Luft des Saales. Im dämmrigen, von nur wenigen Kerzen erleuchteten Zwielicht des dahinter liegenden Raumes kam ein zu einem Altar umfunktionierter schwerer Eichentisch zum Vorschein, auf dem die Figur eines Mädchens lag, an Armen und Beinen mit festen Lederriemen gefesselt und offensichtlich mit Drogen gefügig gemacht. Schwindelerregende Runen und Zeichen zierten den Raum; Zeichen, die vor den Augen der Betrachter zu tanzen begannen. Einer der Jünglinge übergab sich keuchend. Gelächter der Verachtung seiner Mitverschwörer entlohnte ihn auf der Stelle.
Dann erhob sich mit einem Geräusch von altem Papyrus auch der "Fremde". Zwei rote Punkte glommen unter seiner Kapuze, wo eigentlich seine Augen hätten sein müssen. Gemessenen Schrittes ging er, schwer auf einen Stab gestützt, auf die Gruppe zu und bedeutete ihnen, den kleinen Raum zu betreten. Die zwischen Angst und Gier hin und hergerissenen Jugendlichen folgten seiner Geste und ergaben sich in ihr Schicksal. Dann sprach der Fremde zum ersten Mal. Seine Stimme, alt und knorrig, schien sich direkt in ihre Seelen zu bohren und gleichzeitig doch nur in ihren Köpfen zu existieren. "Seht nun die Herrlichkeit der Dunklen! Doch ein Ungläubiger ist unter euch... und dieser Frevel verlangt nach Blut!" Noch ehe die kleine Gemeinde der selbsterklärten Kultisten begriffen hatte, was der Mann meinte, krümmte sich eben jener, der sich noch vor Minutenfrist übergeben hatte. Mit hervorquellenden Augen und keuchendem Atem wand sich der zum Tode verurteilte Jüngling auf dem Boden, während Blut aus allen Poren zu quellen schien. Dann explodierte sein Körper einfach von innen heraus und bespritzte die Umstehenden mit Blut, Innereien und Knochenstücken. Angeekelt verzogen einige der jungen Adeligen ihr Gesicht, trauten sich aber nicht etwas zu erwiedern. Das Blut auf ihren Körpern begann zu verlaufen und bizarre Linien zu bilden. Ein magischer, unheiliger Glanz trat in ihre Augen und unbändige Lust erfüllte ihre Körper. "Nehmt den Leib dieses Menschen und bringt ihm dem Gott der Freuden zum Opfer!" schnarrte die Stimme des Hierophanten.
Was nun folgte war eine Orgie aus Wollust und Blut, als die Jünglinge, obszöne Verse zu Ehren des Herrn der Lust winselnd, sich an der jungen Frau vergangen. Am Ende blieb nur eine seelenlose, zerfleischte Hülle zurück - und das Echo der Schreie, als Adrenalin die Wirkung der Drogen langsam einschränkte und dann ganz vertrieb. Erschöpft und zufrieden sanken die dekadenten Adeligen nach und nach in einen tiefen, traumlosen Schlaf - alle, bis auf Ananiel. Die roten Punkte - oder waren es Augen? - des Priesters der Verbotenen Künste bohrten sich in den Schädel des Mannes. "Ihr seid wahrhaft würdig, Mensch!" schnarrte eine Äonen alte Stimme im Kopf Ananiels. "Seid ihr bereit, euren Göttern zu dienen?"
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Ananiel
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BeitragThema: Re: Anwesen der Familie D'Astrier   Do Nov 05, 2009 1:33 pm

Ananiel folgte den Anderen und musterte dabei die Gruppe.
Nur der schattenhafte Fremde machte Ananiel Kopfzerbrechen, die anderen waren nur hier um sich mit verbotenen Ritualen die Zeit zu vertreiben. Vielleicht würden sie die Sache in Zukunft etwas erstnter nehmen, aber für den einen Burschen, der seine letzte Mahzeit auf dem Boden verteilte sah er schwarz. Der würde entweder zerbrechen oder zerbrochen werden.
Ananiel verschwendete keinen Gedanken mehr auf ihn, als er unter der schneidenden Stimme des Fremden erzitterte.
Kein Mensch konnte da gesprochen haben, so viel hatte er erkannt und eine besondere Aufregung quoll in Ananiel hoch, während er den Raum betrat.
Von den Mustern ließ er sich nicht irritieren, der Fremde war sowieso ins Zentrum seiner Aufmerksamkeit gerückt.
Wieder zuckte Ananiel unter seiner Stimme, da ging auch schon der Bursche mit dem schwachen Magen den Weg allen Fleisches.
Ananiel wischte sich Knochensplitter aus dem Gesicht, als sich sein Blick trübte.
An das was folgte hatte er nur eine verschwommene Erinnerung. Das nächste woran er sich klar erinnern konnte war wie er aufstand und, vom Fremden abgesehen, der einzige war der noch stehen konnte.
Der Blick des Wesen grub sich tief in Ananiels Seele und für einen Moment schien es als wolle ihm die Stimme versagen.
"Ja...ich bin bereit.
Was kann ich tun?"
flossen die Worte wie von selbst, währen Ananiel spürte wie er sich straffte, von einer nie gekannten Energie durchflutet.
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Eiael
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BeitragThema: Re: Anwesen der Familie D'Astrier   Mo Nov 09, 2009 1:52 pm

Der Fremde sog hörbar die Luft ein und ließ sie mit einem zischelnden Geräusch wieder entweichen. "Tief in den umkämpften Gebieten liegt eine Stadt, welche die Menschen Kaslan nennen. In ihr gefangen ist eine der unseren, eine Führerin der heiligen Sache. Ihr Name ist Sial'Khtar. Finde sie. Rette sie, wenn möglich. Unsere Späher in Kaslan werden dich finden. Geh nun, Ananiel, und nimm dies mit dir." Ein unheiliges Leuchten, grünlich und krank wirkend, erfüllte den Raum, als sich aus dem Nichts ein Gegenstand zu manifestieren begann. Eine Spruchrolle mit merkwürdigen, Ananiel unbekannten Runen erschien in der Hand des Menschen. Sie schien alt zu sein und wie mit eigenem Leben zu pulsieren. "Öffne die Rolle, wenn du in Gefahr gerätst. Doch nutze sie Weise." ertönte ein letztes Mal die Stimme des Fremden, bevor sich seine Gestalt in Nebelschwaden aufzulösen begann...

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BeitragThema: Re: Anwesen der Familie D'Astrier   Mo Nov 09, 2009 5:40 pm

Ananiel erinnerte sich davon gehört zu haben, aber er hatte das ganze als reine Imperiumspropaganda abgetan, mit der die Anhänger des Einen ihre Macht zu unterstreichen suchten und ihre scheinbare Überlegenheit gegenüber den wahren Göttern.
Grimmig nickend nahm Ananiel die Rolle entgegen.
"Ich höre und gehorche."
sagte er entschlossen und neigte, wohl zum ersten Mal in seinem Leben ohne Unwillen, sein Haupt.
Kurz betrachtete er die Rolle mit Stolz und Ehrfurcht, dann schob er sie sich unter seine blutbesudelte Kleidung und ging.
Das Blut verbarg er unter seinem weiten Mantel, als er das Haus verließ und im Warteraum für Bedienstete seine beiden Leibwächter abholte.
Er beeilte sich nach Hause zu kommen und diese blutigen Sachen loszuwerden.
Es galt eine Reise zu planen.

tbc:Kaslan - Die Stadt
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